Im November 2019 übernahm Thomas Wechsler die Geschäftsleitung unseres über 40-köpfigen Unternehmens. An seiner Seite Geschäftspartnerin und Inhaberin Judith Dubach-Alt. Was die beiden im letzten Jahr bewegt hat, wie Covid den Unternehmensalltag beeinflusst und wie beide gerade privat im Umbruch sind, erzählen sie im gemeinsamen Interview.

Seit dem tragischen Unfalltod von Geschäftsführer Stefan Dubach im März 2019 hatten die Dubach Holzbau AG sowie die dubach plant ag einige Herausforderungen zu meistern. Covid-19 in diesem Jahr kam erschwerend hinzu. Ein Blick in die Werkhalle bei Dubachs zeigt jedoch: es wird auf Hochtouren gearbeitet.

Wie geht es den Dubach-Firmen heute?

Judith Dubach: Eineinhalb Jahre nach dem Tod von Steff haben sich beide Firmen sehr gut gefangen und wir blicken optimistisch in die Zukunft. Die Zusammenarbeit funktioniert auf allen Stufen, die Geschäftsleitungen von Dubach Holzbau (Erwin Blum, Thomas Wechsler, Judith Dubach) und dubach plant ag (Matthias Müller, Fabian Dubach) ergänzen sich. Stefan war immer ein entscheidendes Bindeglied zwischen den Firmen – mit viel Einsatz, Verständnis und Förderung der Kommunikation untereinander konnten wir an diese Verbindung wieder anknüpfen. Ein grosser Dank geht an alle unsere Mitarbeitenden. Geschäftlich aber auch persönlich durfte und darf ich in dieser herausfordernden Zeit auf die wertvolle Unterstützung jedes einzelnen zählen.

Thomas Wechsler: Über alles betrachtet geht es uns sehr gut. Ein starker Teamgeist hat viel dazu beigetragen, dass wir heute so positiv unterwegs sind. Ein grosses Lob gilt hier darum allen unseren Mitarbeitenden. Dank ihrer Loyalität und Flexibilität haben wir seit dem letzten Jahr gleich zwei grosse Herausforderungen gemeistert. Wirtschaftlich gesehen hatten wir starke, kurzfristige Schwankungen im ersten Halbjahr – auch ausgelöst durch Covid-19. Daraufhin folgte eine sehr gute zweite Jahreshälfte, unsere Auslastung stimmt.

Wie beeinflusst Covid-19 den Unternehmensalltag?

Thomas Wechsler: Wir erfahren tragbare Einschränkungen im privaten und geschäftlichen Alltag. Bisher blieben wir glücklicherweise von direkter Betroffenheit im Unternehmen verschont. Der Alltag wurde sicher ruhiger, aber auch leider unpersönlicher im Umgang mit Kunden und dem gesamten Umfeld. Wir geben weiter unser bestes und hoffen, dass sich die Situation irgendwann wieder entspannt.

Judith Dubach: Unser betrieblicher «Worst-Case» ist mit dem Unfalltod von Steff eingetreten. Als Corona kam, waren wir bereits krisenerprobt und haben auch diese Herausforderung angenommen. Natürlich war die Verunsicherung am Anfang gross. Aber wir haben von Beginn weg klar und intensiv mit den Mitarbeitenden kommuniziert. Wir halten uns an Vorschriften und passen diese wenn nötig an. Wir sind froh, dass wir Arbeit haben – dass unsere Kunden und Partner uns ihr Vertrauen auch in diesen speziellen Monaten geschenkt haben, dafür sind wir sehr dankbar. Und ich denke, wir haben bewiesen, dass wir dieses Vertrauen auch verdienen.

Thomas ist in wenigen Tagen seit einem Jahr Geschäftsführer – was hat sich dadurch verändert?

Thomas Wechsler: Persönlich kann ich sagen, dass meine Tätigkeiten umfangreicher, spontaner und repräsentativer wurden. Spannende Projekte und Betriebsorganisationen gestalten meinen Alltag. Die Führung unseres grossartigen Teams macht mir viel Freude; ich muss aber auch sagen, dass die Mitarbeitenden es mir leicht machen. Sie haben mich von Anfang an wohlwollend in dieser Position unterstützt. Und mit Judith und Erwin habe ich zwei perfekte Sparringpartner in der Geschäftsleitung, die Verantwortlichkeiten sind klar geregelt und funktioneren.

Judith Dubach: Thomas hat sich sehr gut in seine neue Position eingelebt. Er nimmt Verantwortung wahr und geniesst Respekt und Anerkennung des ganzen Teams. Mein vollstes Vertrauen ist ihm sicher, ebenso das von Erwin Blum, unserem Leiter Produktion. Ich bin Thomas sehr, sehr dankbar, dass er die Geschäftsleitung mit so viel Engagement übernommen hat.

Euch „bewegt“ auch privat einiges, im wahrsten Wortsinne.

Judith Dubach: Genau. Ich bin vor wenigen Tagen aus der Betriebswohnung ausgezogen. Neu wohne ich mitten im Dorf Zell und lebe mich gerade ein. Der Umzug war unumgänglich. Alleine in diesem grossen Haus, angegliedert an das grosse Areal …, ich fühlte mich einfach nicht mehr wohl. Ebenfalls ist es dem Werkareal zuträglich, wenn jemand hier wohnt, der sich auch technisch um einiges kümmern kann. Aus meiner Sicht haben wir eine schöne Lösung dafür gefunden, die Leben ins Haus bringt und dabei immer auch ein Auge auf das Areal halten wird.

Thomas Wechsler: Diese Lösung bin dann wohl ich mit meiner Lebenspartnerin Kathrin und unserem Sohn Nino :-). Wir verlassen Willisau per Ende Jahr und zügeln in die schöne Betriebswohnung hier an der Bernstrasse 11. Wir freuen uns auf den neuen Lebensabschnitt hier in Hüswil – obwohl der eigentlich neue Lebensabschnitt natürlich bereits mit der Geburt von Nino Anfang Oktober begann.

Eine letzte Frage: Wie seht ihr eure bzw. die Zukunft des Unternehmens?

Judith Dubach: Derzeit bleibe ich Alleininhaberin der Dubach Holzbau AG und Mehrheitsaktionärin der dubach plant ag. Ich setze mich mit meinem 80%-Pensum weiterhin voll und ganz für die Firmen ein. Eine Übergabe der Dubach Holzbau AG an Thomas Wechsler in den nächsten Jahren ist in Planung. Eine seriöse, geordnete Nachfolgeregelung braucht Zeit – diese nehmen und geben wir uns.

Thomas Wechsler: Ich möchte mich dafür einsetzen, dass wir ein gesunder, verwurzelter und innovativer, familiär geführter Betrieb bleiben. Wir möchten die über 40 Arbeitsplätze in der Region sichern und weiterhin dafür sorgen, dass über 10 Lernende eine Lehrstelle in der Region haben. Persönlich wünsche ich mir, dass ich mich mit meiner Familie an der Bernstrasse heimisch fühlen werde und wir den Spagat zwischen Geschäft und Privatleben gut meistern.

Im Interview: Judith Dubach und Thomas Wechsler
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