Berner Bauernhäuser sind geprägt von grossen, tiefen Vordächern und einer klaren, robusten Bauweise. Auch dieses Bauernhaus in Grossdietwil folgt dieser Typologie. Im Rahmen eines Umbauprojekts wurde das in die Jahre gekommene Wohnhaus einer umfassenden Sanierung unterzogen.
Aus einer Wohnung entstanden zwei getrennte Wohneinheiten. Ziel war es, Raum für mehrere Generationen zu schaffen: Die ältere Generation lebt heute im Dachgeschoss, während die junge Familie die beiden unteren Geschosse bewohnt. Der Umbau erfolgte innerhalb der bestehenden Struktur des denkmalgeschützten Bauernhauses.
Im Zuge der Komplettsanierung wurde das Haus fast vollständig ausgehöhlt. Geschichtsträchtige Balken blieben erhalten, während neue HBV-Decken integriert wurden. Diese Holz-Beton-Verbunddecken tragen zur statischen Ertüchtigung des Gebäudes bei und wurden insbesondere aufgrund ihrer Vorteile im Brandschutz, beim Trittschall sowie wegen der geringen Aufbauhöhe der Böden gewählt – ein wichtiger Faktor bei Umbauten im Bestand. Zudem wurden neue Wände und Böden erstellt.
Die Arbeiten am Dach erfolgten sowohl von innen als auch von aussen. Neben der Wärmedämmung wurde eine neue Dacheindeckung ausgeführt und Dachfenster eingebaut, wodurch insbesondere im Dachgeschoss helle und gut belichtete Räume entstanden.
An der bestehenden Holzfassade wurden lediglich jene Bauteile ersetzt, die tatsächlich schadhaft waren. Der Bestand blieb so weit wie möglich erhalten.
Der Umbau verbindet die Geschichte des Bauernhauses mit zeitgemässen Wohnanforderungen – sorgfältig geplant, zurückhaltend umgesetzt und mit Respekt vor der bestehenden Bausubstanz.