Blogbeitrag zum Ausbildungstag Treppenbau der Dubach Holzbau AG

Die Lehre zum Zimmermann oder zur Zimmerin EFZ dauert vier Jahre. Vier Jahre, in denen junge Menschen lernen, mit Holz zu planen, zu rechnen, zu konstruieren – und vor allem: zu bauen. Es ist eine Ausbildung, die Kopf und Hände gleichermassen fordert.

Alltag im Betrieb – Praxis als Fundament

Den grössten Teil ihrer Lehrzeit verbringen unsere Lernenden im Arbeitsalltag: in der Werkhalle, wo Elemente gefertigt und Konstruktionen vorbereitet werden, oder auf der Baustelle, wo aus Plänen Realität wird.

Begleitet von erfahrenen Zimmerleuten verbinden sie das Wissen aus der Berufsfachschule mit der Praxis. Sie lernen, warum ein Millimeter entscheidend sein kann. Wie Material reagiert. Worauf bei Verbindungen, Lastabtrag oder Feuchtigkeitsschutz zu achten ist.

Ergänzt wird dieser Alltag bei uns durch gezielte Praxistage im Lehrbetrieb. An diesen Tagen steht nicht das laufende Projekt im Vordergrund, sondern das bewusste Üben und Vertiefen von handwerklichen Grundlagen – vom Anreissen über klassische Holzverbindungen bis hin zu komplexeren Werkstücken.

Ein Ausbildungstag im 4. Lehrjahr – Treppenbau von Hand

So auch vergangenen Donnerstag: Unsere drei Lernenden im 4. Lehrjahr – Luca, Julian und Marco – bauten eigenständig zwei Treppen. Und das komplett ohne CNC-Maschine.

Eine Arbeit, die heute meist von der Abbundanlage vorbereitet wird. Technik unterstützt uns, doch das Verständnis wächst im manuellen Arbeiten.

Zuerst wurde gezeichnet, gerechnet und aufgerissen. Steigung, Auftritt, Laufbreite – jede Treppe folgt klaren Regeln. Anschliessend wurden Wangen mit dem Oberfräser sauber ausgearbeitet und die Stufen eingepasst.

Schritt für Schritt entstand aus einzelnen Holzteilen eine tragfähige Konstruktion. Dabei waren Präzision, Geduld und sauberes Arbeiten gefragt. Das Resultat: zwei funktionale, sauber gearbeitete Treppen – jede mit eigener Ausführung und konstruktiven Details. Und drei Lernende, die ihr handwerkliches Verständnis weiter vertiefen konnten.

Was sie aus diesem Ausbildungstag mitnehmen? «Es war spannend, eine Arbeit auszuführen, die heute meist von Maschinen übernommen wird – und sie nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern selbst praktisch umzusetzen.»

Ausbildung mit Verantwortung

Unsere Ausbildungstage werden von Christoph Minder, Ausbildungsverantwortlicher, vorbereitet und begleitet. Sie schaffen Raum, um Grundlagen zu vertiefen, Fragen zu klären und Sicherheit im Handwerk zu gewinnen.

Christoph Minder beschreibt das Ziel dieser Ausbildungstage wie folgt: «Wir möchten vermitteln, dass hinter jeder maschinellen Fertigung ein handwerklicher Prozess steht – und dass sich jede Konstruktion auch mit einfachen Mitteln und Werkzeugen von Hand erarbeiten lässt. Gleichzeitig sind diese Tage eine wichtige Vorbereitung auf die praktischen Prüfungen, in denen das traditionelle Zimmermannshandwerk mit einfachen Hilfsmitteln einen zentralen Stellenwert hat.»